
Nominierungsveranstaltung der Bürgerliste Bodenwöhr
Am Montag, den 29.12.2025, fand die Nominierungsveranstaltung der Bürgerliste Bodenwöhr e.V. (BLB) statt. Vorsitzender Frank Wanke zeigte sich erfreut über die große Resonanz – insbesondere darüber, dass auch zahlreiche Nicht-BLB-Mitglieder an der Veranstaltung teilnahmen. Das Bräustüberl war bis auf den letzten Platz gefüllt, was als deutliches Zeichen dafür gewertet wurde, dass die Oppositionsarbeit der BLB im Gemeinderat aufmerksam verfolgt und unterstützt wird.
Die ehrenvolle Aufgabe der Wahlleitung übernahm Karl Zwerenz, Gründungsvorstand der BLB. In seiner gewohnt ruhigen und besonnenen Art, unterstützt von Wolfgang Digele, führte er die Anwesenden sicher durch das Wahlverfahren. Sowohl die Liste der Gemeinderatskandidaten als auch der Bürgermeisterkandidat wurden einstimmig nominiert.
Fraktionsvorsitzender Alois Feldmeier gab eine kurze Erklärung zur Kandidatenliste und zum Bürgermeisterkandidaten ab. Er machte keinen Hehl daraus, dass sich sowohl die Vorstandschaft der Bürgerliste, als auch die Fraktion ursprünglich dazu entschieden hatten, nicht mehr anzutreten. Persönliche Angriffe des amtierenden Bürgermeisters auf sachliche Fragen in nahezu jeder Gemeinderatssitzung, das Vorenthalten von Informationen vor allem bei der Rechnungsprüfung, sowie der komplette Ausfall der Kommunalaufsicht hätten eine konstruktive und ordentliche Arbeit im Gemeinderat nahezu unmöglich gemacht.
Als sich jedoch in der Bevölkerung das Gerücht eines möglichen Rückzugs der BLB verbreitete, erhielt man von Bodenwöhrer Unternehmern und Bürgern großen Zuspruch. Zu den ursprünglich sieben Kandidaten für die BLB-Liste meldeten sich weitere sieben Bürger, die bereit waren zu kandidieren. Allein die Bekanntgabe, dass die BLB mit Fabian Schmid auch einen eigenen Bürgermeisterkandidaten stellen würde, veranlasste drei Kandidaten, sich zu engagieren.
Die Wahrnehmung, dass in der Bevölkerung ein klarer Wunsch nach Veränderung besteht, führte letztlich zur Entscheidung, doch erneut anzutreten. Die engagierte und umtriebige Arbeit von Georg Lehner stellte dabei einen wesentlichen Baustein dar. Mit insgesamt 14 Kandidaten stellt die BLB nun die zweitgrößte Liste.
Die Anfrage an Fabian Schmid, als Bürgermeisterkandidat für die Bürgerliste zu kandidieren, war die logische Konsequenz, nachdem sich die FWG gegen Schmid als eigenen Kandidaten entschieden hatte. Bereits vor fast zwei Jahren hatte die BLB der FWG erstmals signalisiert, einen FWG-Kandidaten unterstützen zu wollen – daran habe sich bis kurz vor Weihnachten nichts geändert. Umso erfreuter sei man nun, dass der Bürgermeisterkandidat aus den eigenen Reihen komme.
Das aus einem Zeitungsbericht der FWG bekannte Argument, Fabian Schmid sei als Kandidat zu jung, wies Feldmeier zurück. Er verwies darauf, dass sowohl der Microsoft-Gründer Bill Gates als auch der Facebook-Mitbegründer Mark Zuckerberg erst 19 Jahre alt waren, als sie ihre Unternehmen gründeten. Es könne kaum behauptet werden, dass aus beiden nichts geworden sei, nur weil sie jung begonnen hätten.
Feldmeier weiter: Fabian Schmid allein wegen seines Alters Unreife zu unterstellen, ist billig. Wer ernsthaft glaubt, Jugend sei ein Makel, verkennt das eigentliche Problem. Gefährlich für eine Gemeinde ist nicht Jugendlichkeit, sondern Selbstüberschätzung. Was Bodenwöhr nicht braucht, sind Selbstdarsteller. Den Komiker in Facebook-Filmchen spielen, inszenierte Kochshows oder wie ein Teenager mit leerer Plätte mit Vollgas über den See zu rasen ersetzt keine seriöse Amtsführung.
Bodenwöhr braucht keinen Entertainer im Rathaus, sondern einen Bürgermeister, der seine Aufgaben ernst nimmt und die Gemeinde wieder auf Kurs bringt.
Bürgermeisterkandidat Fabian Schmid erklärte in seiner Bewerbungsrede, dass es keinen Sinn mache, eine Kandidatur auf später zu verschieben, wenn man sich bereits jetzt entschieden habe, Verantwortung zu übernehmen. Würde er erst in sechs Jahren antreten, hätte er dadurch auch nicht automatisch mehr Erfahrung. Erfahrung entstehe durch Handeln – nicht durch Zuschauen. Wie das Leben sind auch die Gemeindefinanzen kein Wunschkonzert. Bevor ich mir etwas leiste, muss ich mir klar werden, ob ich mir das auf Dauer leisten kann.
