Rechnungsprüfung 2024 fand nun endlich im April 2026 statt.
Die Rechnungsprüfung für das Jahr 2024 wurden vermutlich aus Wahlkampfgründen um 8 Monate verspätet durchgeführt – und wieder einmal zeigte sich ein bekanntes Muster:
Eine ernsthafte, tiefgehende Kontrolle der Gemeindefinanzen wurde durch die Mehrheitsverhältnisse von CSU und SPD faktisch verhindert. Transparenz bleibt damit weiterhin ein leeres Versprechen, das „gläserne Rathaus“ reine Rhetorik.
Trotz rechtzeitiger Anforderung lagen wesentliche Zahlen nicht vor. Der Grund ist ebenso simpel wie alarmierend: In zentralen Bereichen verzichtet der Bürgermeister bis heute grundlegende Vor- und Nachkalkulationen. Die Mehrheit aus CSU und SPD lassen dies zu. Damit fehlt jede belastbare Grundlage für wirtschaftliches Handeln.
Was in jedem mittelständischen Betrieb selbstverständlich ist – nämlich Investitionen auf Basis nachvollziehbarer Kostenentwicklungen zu planen – scheint in dieser Gemeinde keine Rolle zu spielen. Stattdessen dominiert offenbar das Prinzip Hoffnung: „Es wird schon funktionieren.“ Dieses Vorgehen ist nicht nur fahrlässig, sondern‚ gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern schlicht unverantwortlich.
Besonders deutlich wird dieses strukturelle Defizit am Bahnhofsprojekt, das weiterhin eine Blackbox darstellt. Weder wird der Vertrag mit der „Lernenden Region“ offengelegt, ( vermutlich der Betreiber der MINT Schule) noch wurde Einsicht in den Förderantrag gewährt – die Nachfrage traf bei der CSU auf erhebliche Nervosität.
Dass dieser Antrag angeblich fehlende Mieteinnahmen ersetzen soll, macht die Intransparenz umso problematischer. Hier entsteht der Eindruck, dass bewusst Informationen zurückgehalten werden.
Auch bei laufenden Projekten zeigt sich ein eklatanter Mangel an Kostenkontrolle. Für Veranstaltungen auf der Seebühne kann bis heute niemand sagen, wie hoch der tatsächliche Personalaufwand ist. Dass solche Basisdaten fehlen in unverständlich.
Ein weiteres Beispiel sind die Filmchen des Bürgermeisters: Die Kosten für die Erstellung der Filmchen werden weder erfasst noch sollen sie künftig transparent gemacht werden. Stattdessen werden sie pauschal verbucht. Tatsache ist jedoch, dass hier in der Vergangenheit teils mehrere Gemeindemitarbeiter als Schauspieler tätig waren.
Auch beim Unterhalt des Bahnhofs herrscht bemerkenswerte Ahnungslosigkeit. Laut Bürgermeister könne man die Kosten erst nach einem Jahr Betrieb einschätzen.
Eine solche Aussage offenbart ein grundlegendes Problem: Es wird investiert, ohne die Folgekosten auch nur annähernd seriös zu kalkulieren. Selbst grobe Schätzungen werden nicht verbindlich im Haushalt abgebildet.
Nicht weniger kritisch ist der Umgang mit dem Medizinischen Versorgungszentrum. Hier wurden bereits erhebliche Mittel eingesetzt – ohne dass eine vollständige Kostenerfassung vorliegt. Mietkosten, Fortbildungen für einen inzwischen ausgeschiedenen Kämmerer sowie mindestens 9.000 Euro für einen seit einem Jahr erfolglosen Headhunter aus Norddeutschland sind nur die Kosten auf den ersten Blick. Ein verantwortungsvoller Umgang mit öffentlichen Geldern sieht anders aus.
Hinzu kommen weitere, bislang nicht dokumentierte Mehrkosten – etwa durch den Kindergartenbus, der für Wartung und Reparaturen nach Dieterskirchen gebracht werden muss und zusätzlichen Personalaufwand verursacht.
Fazit:
Das Gesamtbild ist ernüchternd: Es fehlt nicht an einzelnen Zahlen, sondern an einem grundlegenden Verständnis für wirtschaftliches Handeln. Planung, Kontrolle und Transparenz sind keine erkennbaren Leitprinzipien dieser Haushaltsführung. Stattdessen entsteht der Eindruck eines Systems, das sich Kontrolle entziehen möchte und finanzielle Risiken billigend in Kauf nimmt. Die finanzielle Situation der Gemeinde ist mehr als angespannt. Der erste Nachtragshaushalt für eine eher geringe Summe, ist in dem wenige Monate alten Jahr 2026 noch im April notwendig gewesen. Ein Kredit über 1,5 Mio musste ebenfalls vom Gemeinderat genehmigt werden.
